4) Modulkonfiguration

Kommen wir zum nächsten Meilenstein im Aufsatz, zur Nachjustierung der installierten Module.

Dabei gehen wir am besten die wichtigsten und meist verwendeten Konfigurationsoptionen pro Hauptmodul durch. Das heißt allerdings nicht, dass alle weiteren Optionen unwichtig sind. Die Anzahl der Konfigurationen, Bedeutungen und Kombinationsmöglichkeiten ist jedoch so groß, dass die Besprechung aller Features jeden Rahmen sprengen würde.

CRM

Wenn man den Prozess betrachtet, gibt es hier eine wichtige Erweiterung, nämlich das Arbeiten mit „Leads“ oder Interessenten. Dabei handelt es sich um eine Vorqualifizierung, d.h. z.B. um das Abrufen von Anfragen an eine Info-Mailadresse, Kontaktanfragen über die Webseite oder um den Import von unqualifizierten Adressen. Sollte dieses Feature aktiviert sein, erscheint eine weitere Option, in der man eine eingehende Mailadresse konfigurieren kann. Darüber hinaus wird Odoo später einen separaten Menüpunkt „Interessenten“ anzeigen, in dem die Bereinigung und Vorqualifizierung durch eine Konvertierung in eine „Verkaufschance“ erfolgen kann.

Sales

Dies ist das erste Modul mit einer sehr umfangreichen Konfiguration. Zum Glück gibt es einige sehr sprechende Optionen oder Punkte, die kleine Zusatzfunktionen freischalten. Aus diesem Grunde gehen wir hier nur auf das Wesentlichste ein.

Varianten

Hiermit kann die Variantenverwaltung von Odoo aktiviert werden. Hier sollte man jedoch etwas vorsichtig sein. Nur weil intern oft von Varianten gesprochen wird, hat man auch gleich ein „Varianten-Problem“. Daher die Frage: Wann sollte man diese Option überhaupt aktivieren?“

Um das zu beantworten, müssen wir uns die Frage stellen, wofür diese Funktion bestimmt ist. Schauen wir uns an, was sich hinter den Szenen abspielt:

Ob aktiviert oder nicht, ist die Produktanlage in Odoo im Kern aufgeteilt in eine Produktvorlage und das Produkt oder den Artikel selbst. In allen Belegen ist nicht die Produktvorlage verknüpft, sondern der Artikel. In der Oberfläche wird im Menü suggeriert, dass hier ein Produkt angelegt wird, doch technisch legt der Nutzer lediglich eine Vorlage an. Dies wiederum bewirkt, dass dazu umgehend ein tatsächliches Produkt generiert wird.

Doch der Übergang ist an sich so fließend, dass man keinen Unterschied merkt, auch wenn keine Varianten aktiviert sind, obwohl die Datenstruktur bereits in der Form vorhanden ist. Mit anderen Worten, auch ohne die Aktivierung der Varianten wird eine Variante verkauft, geliefert, bestellt und verrechnet.

Durch die Aktivierung wird diese Struktur jedoch sicht- und konfigurierbar. D.h., es lassen sich Attribute und Werte definieren, die wiederum die Anlage der Artikel übernehmen. Dabei wird auch die Benennung der Artikel automatisiert.

Ein zweiter wesentlicher Aspekt ist die Integration in das eCommerce Modul. Denn dort werden natürlich nicht die einzelnen Varianten/Produkte angezeigt, sondern die Produktvorlagen, so dass ein Benutzer bei der Suche im Shop nur den gesuchten Artikel findet und seine Suche nicht mit allen Ausprägungen unnötig geflutet wird. Klickt er dann den Artikel an, kann er auf der Detailseite alle Attribute einsehen und sich bequem die gewünschte Variante auswählen.

Fazit:

Fassen wir also zusammen: Varianten helfen bei der Produktpflege und bei der Produktsuche. Doch zwingend notwendig ist dieses Feature nicht unbedingt. Werden Produkte z.B. extern über ein PIM gepflegt (wenn es nicht viele Ausprägungen gibt oder kein Shop vorhanden ist), sollte man genau überlegen, ob man es aktiviert, denn damit wird eine Komplexität geladen, die nicht unbedingt wünschenswert ist. Der Export und Import von Odoo ist, wenn man ihn versteht, sehr leistungsstark und lässt Massenupdates und die Pflege in externen Listen gut zu.

Denn wie wir in vielen Blogartikeln bereits deutlich machen wollten, gilt in der IT ein Leitsatz ganz besonders: Weniger ist mehr! Das System bleibt so einfach stabiler, man behält die Übersicht und somit die Kontrolle.