Wie die IT so tickt – oder die Frage, warum weniger mehr ist

Die Ausgangssituation

Ob der Vergleich der Wirklichkeit entspricht oder nicht, sei mal dahin gestellt, in der Wahrnehmung wird Odoo offensichtlich gerne mit Microsoft Navision verglichen. Immerhin ist bei nahezu jeder Angebotsphase mindestens ein Navision Partner in der Bieterrunde dabei.

Was uns in Gesprächen immer wieder auffällt, sind Hinweise darauf, dass „die anderen ausgereifter erscheinen, wenn man sich die Systeme im Detail anschaut“. Dies kommt natürlich auch zum Tragen, wenn man Fragenkataloge oder Ausschreibungen bearbeitet bzw. beantwortet, in denen allein nach den Features gefragt wird. Viele Funktionen lassen sich selbstverständlich nachbauen, doch im Odoo Standard sind sie nun mal nicht vorhanden. Daher lautet die Antwort auf die Frage, ob sie denn verfügbar seien zunächst immer „nein“.

Unsere wiederkehrende Argumentation ist, dass der Standard in der Verantwortung des Herstellers liegt, damit langfristig günstiger ist und mehr Sicherheit bietet. Damit sind alle Risiken der Einführung sozusagen im Lizenzpreis inkludiert.

Doch was bedeutet das alles? Gehen wir einfach mal auf die einzelnen Punkte ein:

“Alles im Preis inkludiert”

Es stimmt, die klassischen Systeme wurden über die Jahrzehnte hier und da mit vielen kleinen Features bestückt. Ich muss zugeben, es ist im ersten Moment schon beeindruckend, wenn man sieht, an welch feine Details gedacht wurde. Aber klar, im Lauf der Zeit gab es zahlreiche Wünsche und Feedback – und die entsprechenden Hundertschaften an Programmierern mussten ja irgendwie beschäftigt werden.

Hinzu kommt natürlich, dass der Großteil der Funktionen in der jeweils aktuellen Version nicht als erstes präsentiert wurde und es somit eine Sicherheit gibt oder geben muss, dass die Bugs darin beseitigt sind.

Keine Frage, die Software hat einen beachtlichen Wert. Und das führt zum nächsten Punkt. Denn schaut man auf die Lizenzpreise, so findet man diesen Wert dort natürlich wieder. Dabei ist klar, dass hier gerne ein paar hundert Euro pro Benutzer oder Modul abgerufen werden.

Wenn man also das eine nimmt, muss man wohl auch das andere bezahlen.